25 Jahre Galerie Winter – wir gratulieren Elvira & Peter Winter

Der Wiesbadener Kurier berichtet:  Er schaut ins Grüne. Der Bronzekopf, mit dem der Bildhauer Karlheinz Oswald Peter Winter so wunderbar porträtiert hat, thront auf der Fensterbank, mit Blick in den Garten. Eines von vielen Werken im Hause der Winters. Kunst, so scheint es, fühlt sich hier besonders wohl. Und genau damit, mit dem Sammeln von Arbeiten, fing alles an. Bevor daraus eine Profession wurde: In diesem Jahr können die Winters auf 25 Jahre Galeriearbeit zurückblicken. Längst ist ihre Galerie in der Parkstraße in Wiesbaden ein wichtiger Ort für zeitgenössische Malerei und Skulptur geworden.

Ursprünglich, erinnert sich Elvira Mann-Winter, habe ihr Mann sogar selbst damit geliebäugelt, Künstler zu werden: Er nahm sogar ein Sabbatjahr, um sich an der Wiesbadener freien Kunstschule ausbilden zu lassen. Dabei habe er aber festgestellt, sagt die Galeristin und lächelt, „dass seine theoretischen Kenntnisse die praktischen übersteigen“. Mit seiner Kunstliebe habe er sie allerdings angesteckt. Drei Jahre lang hörte sie als Gast Vorlesungen am Institut für Kunstgeschichte in Mainz.

Ihre erste Ausstellung zeigten die Winters also 1987 – damals noch in der Wiesbadener Theodorenstraße und auch noch nicht unter ihrem Namen. „IAC“ hieß die Galerie damals, International Art & Consulting. Und die Räume waren noch mehr ein Büro als eine Galerie. Aber das, was gezeigt wurde, war schon qualitätvoll. Hartmut Evers widmete sich die allererste Schau, erinnert sich Elvira Mann-Winter.

Eine der denkwürdigsten Vernissagen gestaltete dann 1995 A. R. Penck. Elvira Mann-Winter: „Er wollte nur persönlich zur Eröffnung kommen, wenn er mit seiner Band auftreten könne.“ Also organisierten sie ihm den Auftritt: Im Waldhaus drosch er mit seiner schrägen Formation aufs Schlagzeug ein. Aber der Abend brachte immerhin einen weiteren Künstler: Helge Leiberg, der damals die Trompete spielte, stellte 1997 bei Winter aus – mit einer Performance im Pariser Hoftheater. 2004 dann – da schon in den neuen Räumen der Galerie in der Parkstraße 24 – zeigte er im Garten eine Performance. 1998 war die Galerie hierher umgezogen, seither präsentiert sie ihre Ausstellungen in den schönen Räumen des repräsentativen Gebäudes. Hier hat Elvira Mann-Winter, die auch dem Ritschl-Verein angehört, ebenfalls zwei Benefiz-Ausstellungen zugunsten der Wiesbadener Tafel ausgerichtet und eine für Amnesty International.

Seit fünf Jahren zeigt sie auch zweimal pro Jahr Ausstellungen im Hattenheimer Weingut Georg Müller Stiftung, darunter mit Werken von Hella Nohl, Brigitte Wachendorff, Bernd Zimmer oder Bernd Brach. 2008 präsentierte sie hier auf 1000 Quadratmetern den „Kunstkeller“, eine Gruppenschau mit zwölf künstlerischen Positionen.

Daneben ist die Galerie auf vielen Messen vertreten, war sowohl schon auf der Art Cologne als auch in Korea oder Brüssel. In diesem Jahr steht die Teilnahme an der Art Karlsruhe und der Art Fair Köln auf dem Fahrplan. „Für junge Galerien macht die Messeteilnahme betriebswirtschaftlich nicht wirklich Sinn, aber auf längere Sicht ist sie notwendig, um auch über Wiesbaden hinaus Kunden zu finden.“

Von Birgitta Lamparth 16.02.2012

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