Damen des TC Blau-Weiß kämpfen um den Klassenerhalt

Der „WK“ schreibt dazu: Dieser Stoppball hat Klasse. Butterweich landet er direkt hinter der Netzkante. Der Matchball ist das Sahnehäubchen auf eine starke Vorstellung von Annika Wolff. Mit 7:6, 6:0 gewinnt die Spitzenspielerin des TC Blau-Weiß Wiesbaden ihr Einzel gegen Yvonne Schneider. Allerdings ist das so ziemlich der einzige Lichtblick für die Verbandsliga-Damen des TC Blau-Weiß in ihrem Match gegen Sportwelt Rosbach. Mit 2:7 geht der Aufsteiger von der Blum enwiese am Ende baden, kassiert die fünfte Niederlage im sechsten Saisonspiel und steht damit bereits mit eineinhalb Beinen im Fahrstuhl zurück in die Gruppenliga. Um den Klassenerhalt doch noch zu sichern, muss jetzt unbedingt zum Saisonfinale am nächsten Sonntag bei Eintracht Frankfurt III gewonnen werden.

Auch wenn ein solcher Abstieg natürlich bitter wäre, ein Beinbruch wäre er für die Ladies aus dem Kurpark nicht. „Das wäre nicht so schlimm“, beschwichtigt Annika Wolff. Und Teamkollegin Lisa Ciomber bläst ins gleiche Horn. „Auch in der Gruppenliga würden wir sicher unseren Spaß haben.“ Spaß, das ist so ein Wort, das an diesem Sonntagmorgen des öfteren durch den Wiesbadener Kurpark geistert. Oder sagen wir besser: Teamspirit. „Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“, bringt es Julia Maurer auf den Punkt.

Wolff bereut Wechsel nicht

Die 27-Jährige spielte einst beim BTC Grün-Weiß, agierte zuletzt zwei Jahre in Bielefeld und schloss sich nach ihrer Rückkehr nach Wiesbaden nun den Blau-Weiß-Damen an. „Ich bin hier fantastisch aufgenommen worden“, lobt sie ihre neuen Mitstreiterinnen. Annika Wolff spielte früher in Marburg sogar in der Bundesliga. Dass sie jetzt in der Verbandsliga im Wiesbadener Kurpark spielt, sei vor allem der Verdienst von Blau-Weiß-Sportwart Marc Reischmann. „Der hat mich 2010 hierher gelockt“, verrät sie. Bereut hat sie den Wechsel an die Blumenwiese nicht. „Ich habe hier wieder den Spaß am Tennis gefunden“, verrät die 31-jährige Studienrätin am Stefan-George-Gymnasium in Bingen.

Rückblickend hätte die Saison für den Aufsteiger von der Blumenwiese auch ganz anders laufen können. „Hätten wir die ersten beiden Spiele gegen Offenbach Bieber und Biblis gewonnen, statt jeweils knapp mit 4:5 zu verlieren, hätten wir jetzt mit dem Abstieg wohl nichts zu tun“, philosophiert Annika Wolff.

Verzichten mussten die Blau-Weiß-Damen im Match gegen Sportwelt Rosbach auf ihre österreichische Spitzenspielerin Magdalena Österle, die krankheitsbedingt gar nicht erst angereist war. Was natürlich ein ziemlicher Verlust war.

Positiv, dass die Blau-Weiß-Damen die Misserfolge in der Verbandsliga durchaus auch selbstkritisch sehen. „Wir müssen eindeutig mehr trainieren“, fordert Julia Maurer. Ein dreitägiges Trainingslager über Ostern sei einfach zu wenig gewesen, um in der Verbandsliga bestehen zu können“, findet auch Annika Wolff. Andererseits schränken die beruflichen Ambitionen natürlich den Handlungsspielraum gewaltig ein. So konnte Juliane Meyer, die eigentlich als Nummer drei vorgesehen war, wegen ihres Schichtdienstes als Ärztin nur ein einziges Mal auflaufen. Und Julia Janzen packte nach ihrem Einzel gegen Geraldine Werner schnell ihre sieben Sachen zusammen, rief doch ihr Job als Stewardess.

Da bleibt für Annika Wolff nur die Konzentration auf das Wesentliche, auf ihr eigenes Spiel. Auf Stoppbälle wie den zum Matchball im Spiel gegen Yvonne Schneider. Und auf den wieder gewonnenen Spaß am Tennis.

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