TC und Tennisschule Gatzka & Reischmann bestehen Praxistest

„Eine Tennis-Trainerstunde beim Wiesbadener TC Blau-Weiss fordert Kraft, Konzentration und Koordination,“ meint Nina Waßmundt, Kurierredakteurin. Hier mehr dazu im WiKu, 17.06.14: Um den Stand meiner Fähigkeiten abzuschätzen, spielt mir Trainer Mark zuerst locker die Bälle bis zur T-Linie zu. Die Vorhand klappt von Anfang an ganz gut, auch wenn das Handgelenk schon nach kurzer Zeit über die ungewohnte Belastung meckert. Bei der beidseitigen Rückhand wird es dann etwas schwieriger, die Schlagtechnik habe ich zwar noch grob im Kopf, doch die ersten Bälle landen im Aus. Nachdem Mark sie mir noch mal genau erklärt hat, werden die Ballwechsel, inzwischen von der Grundlinie, immer länger. Es macht richtig Spaß, und ich kann mir dabei annähernd vorstellen, wie viel Kondition ein ganzes Tennismatch fordern muss. Mark erklärt mir: „Bei jedem Schlag muss man etwa 25 Kilogramm überwinden.

Man muss sehr viel gleichzeitig beachten, was einen als Anfänger schnell überfordert: Immer genau den Ball anschauen, nach jedem Schlag zurück zur Grundlinie laufen, Position und Abstand zum Ball richtig stellen… Es ist klar, dass man auch mit geschulten koordinativen Fähigkeiten das alles nicht in einer Trainerstunde verinnerlichen kann. Doch wenn man einmal wöchentlich trainiert und Vorkenntnisse mitbringt, könne man auch als Wiedereinsteiger nach etwa einem Jahr durchaus in der Mannschaft spielen, sagt Mark Reischmann. Norbert Gatzka, Sportwart des TC Blau-Weiss, erzählt von einem Spieler im Verein, der sogar ohne Vorkenntnisse erst mit 40 Jahren angefangen hat Tennis zu spielen und heute, nach drei Jahren, in einer der Herrenmannschaften spielt. „Es gibt eben unterschiedliche Gewinnstrategien – entweder man arbeitet mit der Technik oder man läuft den Gegner mit Kondition tot“, so Gatzka. Vielen Spielern gehe es außerdem vor allem um den Spaßfaktor und die Gemeinschaft auch außerhalb von Mannschaftsspielen – die Fußball-WM wird zusammen im TC Blau-Weiss geschaut.

Voraussetzungen: Koordination, Kondition und Ballgefühl sind für diesen Sport elementar. Als Zubringersportarten eignen sich Basketball, Fußball, Hockey, Golf und Leichtathletik. Da die Schlagtechniken beim Tennis sehr komplex sind, braucht man außerdem viel Geduld, Disziplin und Ehrgeiz. Fürs Training benötigt man am Anfang nur Sandplatztennisschuhe, bzw. im Winter Hallentennisschuhe, und normale Sportkleidung. Schläger und Bälle werden von der Tennisschule gestellt, sollten aber spätestens für Turniere und Mannschaftsspiele privat angeschafft werden. Einen Partner braucht man nicht mitzubringen.

Effekt: Eine Trainerstunde läuft in der Regel nach dem Schema „20 Minuten Warmspielen, 20 Minuten Technikerwerb, 20 Minuten Technikanwendung im Übungsspiel“ ab. Um als Anfänger oder Wiedereinsteiger überhaupt ein Match spielen zu können und einen einigermaßen schnellen Lernfortschritt zu erreichen, lohnen sich besonders Einzeltrainerstunden. Ein Verletzungsrisiko besteht bei intensivem Tennisspielen vor allem in Form von Muskelfaserrissen, Sehnenscheidenentzündungen, Handgelenkverletzungen, Gelenkschädigungen sowie Bandscheibenvorfällen. Einen bestmöglichen Zeitpunkt, um anzufangen, gibt es nicht. Allerdings sollte man – je nach Vorkenntnissen – schon ein Jahr Training im Verein einplanen, bevor man an Mannschaftsspielen teilnehmen kann.

Schwierigkeitsgrad für Einsteiger: Die Schlagtechniken und Spielregeln sind sehr komplex, zusätzlich fordern die Konzentration auf den Ball und Ausdauer beim Laufen den Tennisspieler. Der Verein bietet die Möglichkeit, auf spaßorientierter Ebene am „Damendoppelspaß“ oder der „Herrenweißbierrunde“ teilzunehmen. Im Wettkampfsport stehen etwa 30 Mannschaften des TC Blau-Weiss, die nach Altersklassen aufgeteilt werden. In der Regionalliga spielen drei Herrenmannschaften, auf Landesebene (Hessen-, Verbandsliga) fünf sowie zwei Damenmannschaften. Dazu kommen zwei Damen- und fünf Herrenmannschaften, die in Kreis-, Bezirks- und Bezirksoberliga spielen. Im TC Blau-Weiss liegt die Altersspanne der Mitglieder zwischen 3 und 80 Jahren.
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